Aus offensichtlichen Gründen hatte ich die ganze Woche über Moon im Kopf. Also habe ich versucht herauszufinden, was ich diese Woche empfehlen sollte, das thematisch passt. Brian Enos Apollo: Atmosphären und Soundtracks ist unglaublich, und wenn Sie es noch nicht gehört haben, tun Sie es jetzt. Aber es wirkte auch etwas auf der Nase. Radioheads Ein mondförmiger Pool kam mir auch in den Sinn. Aber es fühlte sich auch ein bisschen offensichtlich an. Dann erinnerte ich mich an Kate NVs Platz für den Mondein Rekord, den ich 2020 wiederholt hatte.
Die russische Künstlerin Kate Shilonosova verfolgt Ideen in 11 Titeln inspiriert von russischem und japanischem Pop aus den 70er und 80er Jahren sowie Kinderfilme. Das führt offensichtlich dazu Platz für den Mond seinen skurrilsten Impulsen nachzugeben. Es ist ein Märchen, wiedergegeben mit flotten Talking-Heads-ähnlichen Bässen, proggy Synthesizern und verhallten Drum-Machines.
Der Opener „Not Not Not“ ist fast albern, seine chaotischen Melodien tanzen ständig auf immer verwirrende Weise umeinander. Es schlingert asymmetrisch nach vorne und rillt wie ein platter Reifen. Es folgt das Instrumentalstück „Da Na“, das auf einer vertrauten, aber leicht unheimlichen Klangpalette basiert. Die Klarinette (?) driftet wie betrunken in die Dissonanz hinein und wieder heraus. Die gestimmten Percussion-Elemente huschen um das herum, was ein sein könnte Kenari-Samenschalenstreuer oder jemand fährt mit den Fingern über die Zinken eines Kamms. Es ist wirklich unmöglich zu sagen, und beide scheinen genauso wahrscheinlich wie die anderen.
„Sayonara (Full Moon Version)“ ist das fantastische Tagtraum-Gegenstück zu Oingo Boingos alptraumhafter New-Wave-Theatralik. Der am wenigsten seltsame Titel auf der Platte ist wahrscheinlich „Plans“, der voll und ganz die Dance-Pop-Ästhetik der 80er Jahre verkörpert. Aber selbst dieses Lied findet Platz für eine einminütige Instrumentalpassage mit einem meckernden, fast atonalen Saxofonsolo.
Während die Klänge seltsam, unruhig und manchmal fast mulmig sind, sind die Lieder leicht und fantastisch. Auch wenn man die meist auf Russisch verfassten Texte nicht versteht, ist es unmöglich, in ihnen ein Gefühl der Hoffnung zu wecken. Kate NVs Platz für den Mond ist kein düsteres Mondschlaflied, sondern die angenehmen Träume eines unschuldigen Geistes.