Die Umweltbehörde der britischen Regierung hat skizziert die nächste Tranche dessen, was es beschreibt das größte Hochwasserschutzprogramm in der Geschichte Englands, das für 2026/27 1,4 Milliarden Pfund für mehr als 600 Projekte bereitstellt von technischen Barrieren bis hin zu naturbasierten Wassermanagementsystemen. Die Finanzierung ist Teil einer umfassenderen Verpflichtung von mindestens 10,5 Milliarden Pfund zwischen 2024 und 2036, um das Risiko von Überschwemmungen und Küstenerosion für Häuser, Unternehmen und kritische Infrastruktur in ganz England zu verringern. Neben Neubauten wurden 260 Millionen Pfund speziell für die Reparatur und Wartung bestehender Vermögenswerte der Umweltbehörde bereitgestellt – darunter auch Verteidigungsanlagen, die bei den jüngsten Sturmereignissen beschädigt wurden – was nach Angaben von Beamten eine Umkehr des mehr als zehnjährigen rückläufigen Zustands der Vermögenswerte darstellt.
Der ökonomische Fall
Im Mittelpunkt der Begründung des Programms steht ein Kosten-Nutzen-Verhältnis, das bei Fachleuten des Wassersektors weltweit Anklang finden wird: Es wird geschätzt, dass jeder für den Hochwasserschutz ausgegebene Pfund einen wirtschaftlichen Schaden von etwa 8 Pfund verhindert. Auf dieser Grundlage dürfte allein die Zuweisung für 2026/27 die englische Wirtschaft vor Verlusten in Höhe von mehr als 10 Milliarden Pfund schützen.
Wir kombinieren technische und naturbasierte Lösungen, um das Hochwasserrisiko zu verringern und die langfristige Widerstandsfähigkeit von Gemeinden im ganzen Land zu stärken
Im Laufe des nächsten Jahrzehnts werden voraussichtlich rund 840.000 Immobilien von Bauinvestitionen in Höhe von 7,9 Milliarden Pfund profitieren.
Technik trifft Ökologie
Was dieses Programm von herkömmlichen Hard-Infrastruktur-Ansätzen unterscheidet, ist seine explizite Aussage Integration naturbasierter Lösungen neben traditioneller Hochwassertechnik. Die Umweltbehörde hat Pläne zur Ausweitung der Techniken des natürlichen Hochwassermanagements (NFM) – einschließlich Flussrenaturierung, Baumpflanzung und Wiederherstellung von Salzwiesen – dargelegt, um die Wasserbewegung abzufangen und zu verlangsamen, bevor sie besiedelte Gebiete erreicht.
Als Beispiel wird die Arbeit des Ribble Rivers Trust in Lancashire angeführt, wo Landbesitzer dabei unterstützt werden, undichte Barrieren und Holzkonstruktionen zur Reduzierung der Fließgeschwindigkeit zu installieren und gleichzeitig Auen-Feuchtgebiete wiederherzustellen, wodurch die Überschwemmungsgefahr für die Stadt Clitheroe verringert und gleichzeitig ökologische Vorteile geschaffen werden.
Caroline Douglass, Exekutivdirektorin der Umweltbehörde für Hochwasser- und Küstenrisikomanagement, beschrieb den Ansatz: „Von großen Hochwasserbarrieren und verstärkten Dämmen bis hin zu natürlichem Hochwassermanagement und Küstenschutzprojekten kombinieren wir technische und naturbasierte Lösungen, um das Hochwasserrisiko zu reduzieren und eine langfristige Widerstandsfähigkeit für Gemeinden im ganzen Land aufzubauen.“
Ausgewählte Schemata
Zu den größeren Investitionsprojekten, die Zuteilungen für 2026/27 erhalten:
- Gezeitensperre Bridgwater, Somerset — 59,3 Millionen Pfund zum Schutz vor Flussüberschwemmungen in einer tief gelegenen Küstenzone
- Derby-Hochwasserrisikomanagementsystem – 37,1 Millionen Pfund für die zweite Phase eines Programms am Fluss Derwent, das rund 1.500 Häuser und 700 Unternehmen sowie wichtige Industrieinfrastruktur schützt
- Kendal, Cumbria — 24,3 Millionen Pfund zur Bekämpfung des Flussüberschwemmungsrisikos in einer Stadt mit einer gut dokumentierten Geschichte schwerer Überschwemmungen
- Küstenplan von Pevensey Bay nach Eastbourne – Über 8 Millionen Pfund in diesem Jahr im Rahmen eines langfristigen Küstenschutzprogramms im Wert von 100 Millionen Pfund zum Schutz von mehr als 3.100 Grundstücken