Von fragmentierten Arbeitsabläufen bis hin zu integriertem Design
„Wir haben einen wachsenden Marktanteil, daher sind wir seit unserer Übernahme seit 2022 deutlich gewachsen“ – Hasanain Al-Naimi
Al-Naimi bereitete die Bühne, indem er darlegte, wie sich Autodesk Water Infrastructure über den gesamten Wasserlebenszyklus hinweg positioniert, von der Planung bis zum Betrieb. Er betonte die wachsende Nachfrage nach integrierten Tools, die Analyse, Design und Zusammenarbeit vereinen. Er erklärte, dass InfoWorks ICM bereits 1D- und 2D-Modellierung, Hydrologie und Wasserqualität in einer einzigen Umgebung unterstützt. Das Hinzufügen von Netzwerkdesign baut auf dieser Grundlage auf und zielt darauf ab, die Trennung zwischen Designtools und Simulationsplattformen zu beseitigen.
Samer Muhandes erweiterte diese Idee mit einer praktischen Analogie. Er beschrieb den traditionellen Arbeitsablauf als ein Hin und Her zwischen separaten Design- und Modellierungstools, bei dem Annahmen verloren gehen können und sich Ineffizienzen häufen. Im Gegensatz dazu bringt der neue Ansatz beide Funktionen auf eine einzige Plattform. „ICM wird nicht mehr Teil Ihres Workflows sein“, erklärte er. „ICM wird zum Workflow.“
Diese Verschiebung ist besonders relevant in Regionen, in denen Behörden Übermittlungen in InfoWorks ICM verlangen. Ingenieure entwerfen Netzwerke häufig in externen Tools, importieren sie dann zur Analyse und wiederholen den Vorgang, wenn sich die Anforderungen ändern. Durch die Konsolidierung dieser Schritte reduziert die neue Netzwerkdesignfunktion sowohl den Zeitaufwand als auch das Risiko.
Ein regelbasierter Ansatz mit Ingenieurkontrolle
„Jetzt haben Sie die Kontrolle, der Software zu sagen: Gehen Sie in diese Richtung oder gehen Sie nicht in diese Richtung“ – Samer Muhandes
Das Herzstück der neuen Funktionalität ist eine regelbasierte Design-Engine. Anstatt sich auf undurchsichtige Berechnungen zu verlassen, definieren Ingenieure Einschränkungen wie Rohrdurchmesser, Neigungen, Geschwindigkeiten und Überdeckungstiefen. Anschließend bewertet die Software mehrere Designkandidaten und wählt anhand dieser Kriterien die optimale Lösung aus.
Eine wesentliche Neuerung ist die Verwendung konfigurierbarer Strafgewichte. Dadurch können Ingenieure den Designprozess steuern, indem sie bestimmten Ergebnissen Vorrang vor anderen geben. Beispielsweise kann ein Planer je nach Projektpriorität zwischen kleineren Rohren mit steilerem Gefälle oder größeren Rohren mit flacherem Aushub wählen. Wie Muhandes erklärte: „Es wird immer Kompromisse geben“, und das Tool ist darauf ausgelegt, diese Kompromisse explizit und anpassbar zu machen.
Wie das in der Praxis funktioniert, zeigte Ahmed Younes. Während der Live-Sitzung konfigurierten er und Muhandes Rohrkataloge, wendeten Niederschlagsdaten über IDF-Kurven an und definierten Designbeschränkungen. Anschließend führte das System in Sekundenschnelle einen Entwurfsdurchlauf von der Ober- zur Unterströmung durch, bei dem die Rohre automatisch dimensioniert und die Sohlenniveaus festgelegt wurden.